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Weltbienentag – Wie wichtig Bienen sind und was es mit dem Massensterben auf sich hat

Weltbienentag 20Mai Blogbanner

„Wir sind uns der Konsequenzen unseres Handelns in der Natur die uns umgibt, nicht bewusst genug. Unsere Vorfahren wussten, dass alles, was man aus der Natur nimmt, man eines Tages zurückgeben muss. Wenn du etwas zurückgibst, bleibt das Gleichgewicht erhalten und die Natur erfüllt dich mit positiver Energie.“

worldbeeday.org

Massensterben der Bienen

In unserer modernen Landwirtschaft mit Monokulturen, Pestiziden, Herbiziden, Dünger etc. liegt der Fokus in der maximalen Gewinnung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Wir holen in kürzester Zeit das Maximum aus dem Boden für maximalen Ertrag. Würden wir Menschen so leben, wie wir unseren Boden nutzen, würden wir unweigerlich ins Burn Out fallen.

Was das mit den Bienen zu tun hat?

Anfang des Jahrtausends gab es außergewöhnlich starke Verluste bei Bienen. Dabei meldeten Imker Verlustraten von 30-80 Prozent. Die Medien berichteten vom „Massensterben der Bienen“. Kurz darauf wurde in Deutschland das Bienenmonitoring-Projekt gestartet welches die Ursachen finden sollte.

Folgende Gründe wurden gefunden:

Varroa-Milbe

Wurde Ende der 1970er aus Asien eingeschleppt. Asiatische Bienen kommen damit zurecht, unsere heimische Honigbiene leider nicht so gut.

Viren

Neben den üblichen Viren tritt häufig der Flügeldeformationsvirus auf, welche durch die Varroa-Milbe übertragen wird.

Giftige Pestizide

Es wurde im Monitoring kein direkter Zusammenhang zum Bienensterben gemeldet. Die Kritik hierbei ist aber groß, denn die Studie war nicht ausgelegt solche Effekte zu erkennen und außerdem wurde sie zu 50% von Chemiefirmen gesponsert, welche ua. mit Pflanzenschutzmitteln ihr Geld verdienen. Dennoch wurde erkannt, dass Bienenbrot im Durchschnitt 7 verschiedene Chemikalien enthielt, darunter auch nicht zugelassene Chemikalien.

Verlust von Lebensräumen

Flächen werden versiegelt, Totholz entfernt, Bekämpfung von Wildkräutern und der Trend, in Parks und Gärten kurz gemähte Grünflächen zu besitzen, raubt den Wildbienen ihre Rückzugsmöglichkeiten und die Nahrungsquellen.

Klimafolgen

Es wir geschätzt, dass durch den Klimawandel der Rhythmus der Insekten verschoben wird und diese dadurch in Stress versetzen.

Wie geht es unseren Bienen?

Einem Forschungsteam aus Universidad Nacional del Comahue zufolge wurden zwischen 2006 und 2015 rund ein Viertel weniger Bienenarten gesehen, als in den Jahren vor 1990. Die Bienen, folgen damit einem besorgniserregenden, rückläufigen Trend. Der bei Insekten im allgemeinen erkennbar ist.

Etwa 85 Prozent der Welternte hängen von der Bestäubung durch Bienen ab. Und wo Wildbienen fehlen, können nicht in jedem Fall Honigbienen ihre Aufgabe übernehmen.

Noch ein paar interessante Fakten über Bienen:

  • Kulturpflanzen wie Kakao, Vanille und Maracuja sind zu 100 Prozent auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen.
  • Im Sommer werden Bienen 22-35 Tage alt, im Winter bis 9 Monate.
  • Bienen lieben es dunkel und warm. Im Bienenstock hat es 35 Grad Celsius.
  • Drohnen haben keinen Stachel und werden von den anderen Bienen gefüttert.
  • Nach der Paarungszeit werden Drohnen vom Volk verstoßen, teilweise sogar attackiert.
  • Im Bienenstock leben im Sommer 50.000 Bienen, im Winter nur 15.000.
  • Die Bienenkönigin lebt 4 Jahre lang und legt täglich 1-2 Eier pro Minute.
  • Nach dem schlüpfen der Bienenkönigin tötet sie alle Schwestern um die einzige Königin zu sein
  • Bevor die neue Königin schlüpft teilt sich das Bienenvolk und die alte Königin zieht mit der Hälfte von dannen.

Wie können wir den Bienen helfen?

Die intensive (Aus-)Nutzung unserer Natur, führt zu Problemen. Eine kurzfristige Steigerung der Gewinnung geht häufig zulasten zukünftiger Produktionen. Durch Pestizide werden nicht nur ungewünschtes Ungeziefer vernichtet, sondern auch die Gewünschten. Wird die Artenvielfalt im Boden vernichtet, leidet der Boden, da dieser von den Tieren nicht mehr bearbeitet wird. Nehmen die Pflanzen die chemischen Mittel auf, die wir ihnen geben, werden sie in der Nahrungskette weitergegeben, sei es an Insekten, aber auch den Menschen.

Die Natur ist ein unglaublich komplexes Zusammenspiel aus unterschiedlichsten Faktoren. Entfernen wir einen davon oder versuchen einen anderen besonders zu vergrößern, führt dies zu einer Kettenreaktion mit unbekannten Auswirkungen am anderen Ende der Kette.

Denken wir immer daran, dass auch wir ein Teil dieses komplexen Systems sind und auch wir diese Auswirkungen unangenehm spüren können.

Zum Schluss noch ein paar Tipps wie wir den Bienen helfen können:

  • Lass in deinem Garten Wildblumen blühen
  • Küchenkräuter für den Balkon oder Fensterbank
  • Krokusse und Frühblüher im Herbst pflanzen (Die aus China stammende Forsythie ist für Bienen leider nutzlos)
  • Nutze torffreie Erde aus regionaler Kompostproduktion oder kompostiere selbst
  • Verwende Brennesseljauche statt Kunstdünger
  • Kaufe Honig aus regionaler Imkerei
  • Verzichte auf gefüllte Blumen. Blumen mit vielen Blütenblättern besitzen weniger Blütenpollen oder sind so dicht, dass Bienen nicht hinkommen. Besser altbewärte einfache Blumensorten verwenden.
  • Lass einen wilden Streifen im Garten stehen.
  • Finde einen Platz im Garten für Totholz.
  • Kaufe regional, saisonal und bio

Einzelnachweise:
www.weltbienentag.de
www.worldbeeday.org
beegut.de/blogs/wissen/bienensterben
www.geo.de/natur/tierwelt/23930-rtkl-bienensterben-neue-studie-ein-viertel-aller-bienenarten-verschwunden
BeeHappyCoaching
Masanobu Fukuoka – Der Große Weg hat kein Tor (Buch)

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